Aktien statt Aktenordnern – Kapitalvermögen wächst schneller als Einkommen

Laut einer Studie des französischen Ökonomen Thomas Piketty werden die Reichen immer reicher, weil sich der Wohlstand in der Welt immer ungerechter verteilt.
Diejenigen, die ihr Kapital für sich arbeiten lassen, werden demnach schneller reich als diejenigen, die jeden Tag zur Arbeit gehen und Lohn erwirtschaften. Das Kapitalvermögen wächst, mit anderen Worten, also schneller als das Einkommen.
Dadurch wird die Kluft zwischen Unternehmern, Aktionären und Immobilienbesitzern und Arbeitern auf der anderen Seite immer größer.
Pikettys These wird durch den aktuellen Wohlstandsreport gestützt.

Der Report macht deutlich, dass ein ausgezeichnetes Wirtschaftswachstum nicht automatisch zu größerem Privatvermögen führt. Auch wenn das Wirtschaftswachstum relativ gering ausfällt, sind durch Aktienanlagen Vermögenszuwächse im zweistelligen Bereich möglich.

Wer sind die Superreichen?

Das Privatvermögen ist im letzten Jahr – global betrachtet – insgesamt um 14,6 Prozent gestiegen. Das ist beinahe doppelt so viel wie im Jahr davor.
Der Löwenanteil dieses Anstiegs ist den Renditen aus schon bestehenden Investitionen geschuldet. Vor allem das Vermögen aus Aktien stieg global an, nämlich insgesamt um fast 30 Prozent. Auch Anleihen warfen im Schnitt 4,1 Prozent Rendite ab. Sparanlagen waren weltweit mit durchschnittlich 9 Prozent verzinst.
Insbesondere in Nordamerika stieg das Privatvermögen innerhalb eines Jahres um etwa 16 Prozent auf 50,3 Billionen Dollar. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs um 3,5 Prozent; das Aktienvermögen dagegen stieg um 29 Prozent.
Im Ranking der vermögendsten Regionen der Welt folgt Westeuropa Nordamerika.
In Westeuropa liegt das private Vermögen bei 37,9 Billionen Dollar, allerdings könnte die Asien-Pazifik-Region schon im nächsten Jahr den zweiten Platz für sich beanspruchen.
Bis 2018, so die Prognose, könnte sich die noch drittplatzierte Region sogar auf den ersten Rang schieben.

Wie sehen die globalen Trends aus?

Noch 2013 war Westeuropa von der Staatsschuldenkrise und der schwachen Wirtschaftsleistung der südeuropäischen Staaten beeinflusst. Dennoch wuchs das Vermögen um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Innerhalb Europas zeigten sich positive Auswirkungen einer hohen Aktienquote – vor allem in der Schweiz und Großbritannien.
Asien steigerte das Privatvermögen um mehr als 30 Prozent, dahinter folgen Osteuropa mit etwa 17 Prozent und Latein, der mittlere Osten und Westafrika (mit etwa 11 Prozent).

Werden die Reichen wirklich immer reicher?

Kurz und knapp: Ja. Das ist ein weiteres zentrales Ergebnis des Reports.
Dieser Trend zeigt sich vor allem am Vermögen der sogenannten Ultrareichen, die mehr als 100 Millionen Dollar besitzen. Deren Vermögen steigerte sich innerhalb eines Jahres um etwa 20 Prozent.
Bis 2018, so die Prognose, könnte sich das Vermögen dieser Ultrareichen auf insgesamt 6,5 Prozent des gesamten Weltvermögens erstrecken. Noch ist es ein Prozent weniger.
Deutschland liegt mit derzeit etwa 880 dieser Ultrareichen auf Platz 4 im weltweiten Ranking. Die ersten drei Plätze belegen die USA, Großbritannien und China.
An der Anzahl der Millionärshaushalte zeigt sich auch, dass Reichtum mehr und mehr Menschen zuteil wird. Die Anzahl der Dollar-Millionärshaushalte stieg global um 2,6 Millionen auf 16,3 Millionen Millionäre.
Insgesamt werden in der Region Asien-Pazifik mehr Millionärs-Zuwachse verzeichnet als in den USA oder Europa.
Das heißt konkret für die Banken, dass sie auf lange Sicht mit weltweit diversifizierten Strategien am erfolgreichsten sein werden. Doch auch Privatanleger haben die Möglichkeit, ihre Anlagen zu streuen, denn bei aktuell niedrigen Depot- und Ordergebühren, kann schon ab wenigen Euro eine attraktiver Broker im Depot Vergleich gefunden werden.