Aktien: Steuern auf Wertpapiergewinne

Der Handel mit Aktien wird eine immer attraktivere Anlageform. Was viele nicht wissen: Es werden auf Aktien Steuern erhoben. Seit einigen Jahren muss man auch Aktiengewinne versteuern, das heißt von Erträgen aus Aktienverkäufen und anderen Wertpapiergeschäften werden Steuern abgezogen. Zuvor war dies nur unter bestimmten Voraussetzungen notwendig.

Es ist also sinnvoll, sich über die Zusammenhänge von Depot, Steuern und Aktien zu informieren. Welche Gesetze inzwischen aufgehoben sind und wie Einkünfte aus Kapitalvermögen derzeit versteuert werden müssen, wird im folgenden in einem knappen Überblick gezeigt.

Aktien: Steuern auch bei Wertpapieren

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Depotführungsgebühren absetzen?

Depotführungsgebühren können seit 2008 nicht mehr steuerlich angerechnet werden. Allerdings kann man sich diese Kosten mit einem kostenlosen Depot ohnehin ganz einfach sparen. Passende Angebote findet man am besten in einem Depot Vergleich.

Zum Depot Vergleich

Einkommen unterliegt in Deutschland der Steuerpflicht. Je nach Ursprung des Einkommens werden andere Steuerarten angewandt. Für alle Arten von Einkommen durch Wertpapierarten gilt in Deutschland seit 2008 die Abgeltungssteuer. Dies gilt für Kursgewinne aus einem Aktienverkauf. Steuer wird aber auch erhoben für Dividenden-Ausschüttungen, Zinserträge aus verzinsten Wertpapieren, Zertifikaten oder Anleihen. Ebenfalls unter die Steuerpflicht fallen Erträge aus Investmentfonds und Termingeschäften. Es werden also auf alle Bereiche des Wertpapierhandels und der Anlage in Aktien Steuern bei Gewinnen und Erträgen erhoben.

Aktienverkauf: Steuer nur auf Gewinn

Dabei ist zu beachten, dass direkte Kosten, die mit dem Erlös in Zusammenhang stehen, berücksichtigt werden. Dies gilt insbesondere für die Ordergebühren, die bei jedem Trade anfallen. Tradingkosten gelten als Anschaffungskosten, durch die der Gewinn erst möglich gemacht wird. Sie werden angerechnet und der Anleger zahlt lediglich auf den reinen Gewinnerlös Abgeltungssteuer.

Kapitalertragsteuer Aktien: Steuer seit 2008 einheitlich

Die Abgeltungssteuer wurde 2008 eingeführt. Als Unterart der Kapitalertragsteuer wurde sie unter anderem dazu konzipiert, um das Versteuern von Aktiengewinnen einfacher aber auch fairer zu gestalten. Einerseits ist die Abgeltungssteuer eine Art „Gewinnsteuer“, da alle Erträge aus Kapitalanlagen versteuert werden müssen. Andererseits ist sie als Quellensteuer gestaltet, so dass sie automatisch abgeführt wird. Dies vereinfacht die Steuer auf Aktiengewinne enorm. Was es bei Abgeltungssteuer, Aktien und Einkommenssteuererklärung zu beachten gilt und welche Befreiungsmöglichkeiten es gibt, wird im folgenden Abschnitt zu den aktuellen Regelungen zur Steuer auf Aktiengewinne erläutert.

Was ist die Abgeltungssteuer?

Einkünfte aus Kapitalanlagen müssen versteuert werden. Dazu gehören nicht nur Sparanlagen, sondern auch Gewinne aus Wertpapiergeschäften und Dividenden Erträge. Diese Einkommensarten unterliegen der Kapitalertragsteuer. Deutschland erhebt diese in Form der Abgeltungssteuer. Betroffen sind davon folgende Einkünfte:

  • Kursgewinne aus Aktienverkäufen
  • Dividenden
  • Erträge aus Termingeschäften und Investmentfonds
  • Zinserträge von beispielsweise Zertifikaten und Wertpapieren
  • Zinsen aus Termingeld- oder Festgeldanlagen

Die Abgeltungssteuer ist als Quellensteuer konzipiert. Das bedeutet, dass die Abgaben direkt von der Quelle aus abgeführt werden. Im Falle von Wertpapieren wird die Abgeltungssteuer direkt vom Broker an die zuständigen Finanzämter geleitet. Der Steuerpflichtige muss folglich nicht mehr wie früher alle Einkünfte einzeln in der Einkommensteuererklärung aufführen, sondern die Abgaben werden automatisch abgeführt.

Wie hoch ist die Abgeltungssteuer?

Aktiengewinne versteuern, Berechnung und AnalyseDie Neuorganisation der Kapitalertragsteuer vereinfachte nicht nur die Einzugsweise, sondern auch die Berechnung. Egal ob Zinseinkünfte oder Aktien – Abgeltungssteuer wird immer in der gleichen Höhe erhoben. Der Abgeltungssteuersatz ist unabhängig von der individuellen Steuerklasse und beträgt generell immer 25 %. Hinzu wird auf diesen Betrag prozentual Solidaritätszuschlag angerechnet. Außerdem wird auch Kirchensteuer auf Kapitalerträge erhoben. Abhängig von Kirchenzugehörigkeit und Bundesland muss somit noch Kirchensteuer mit einberechnet werden.

Der Steuersatz gilt für alle Arten von Einkünften aus Kapitalvermögen. Es werden weder Einnahmen nur halb versteuert, wie zuvor beim Halbeinkünfteverfahren, noch werden unterschiedliche Steuersätze angewandt. Dies führt zu einer besseren Übersichtlichkeit und es ist für den Anleger leichter zu ermitteln, welche Steuer auf Aktiengewinn in Zukunft ansteht. Möchte man die Gesamtkosten der Kapitalertragsteuer berechnen, muss man alle Anlagen und Einkünfte aus Kapitalvermögen berücksichtigen.

Automatischer Abzug der Abgeltungssteuer

Glücklicherweise gehört zur Vereinfachung des Einkommenssteuergesetzes auch der automatische Abzug der Abgeltungssteuer. Anleger müssen sich nicht selbst um die richtige Berechnung und die Abführung kümmern, das übernimmt der Broker bzw. die Bank. Eine zusätzliches Aufführen der Einnahmen in der Steuererklärung ist nicht notwendig. Um dennoch nicht den Überblick über die Abgaben zu verlieren, wird der Anleger jährlich informiert. Jedes Jahr erhalten Kunden von ihrer Depotbank automatisch einen Depotauszug, auf dem alle gemachten Gewinne, Verluste, Abgaben und Kosten verzeichnet sind. So kann man genau sehen, welche Summen mit Steuerabzug versehen und in welcher Höhe Abgeltungssteuer abgeführt wurde.

Verlustrechnung bringt Vorteile

Ein großer Vorteil der sich aus der Einführung der Abgeltungssteuer ergeben hat, ist die Anrechenbarkeit von Verlusten bei den Steuern. Aktien sind keine konstante Geldanlage, sondern unterliegen dauerhaften Schwankungen. So kann es sein, dass man nicht nur Gewinne durch Wertpapiergeschäfte macht, sondern auch Geld verliert. Dank der Neuorganisation des Steuerrechts können diese Verluste nun angerechnet werden. Dazu werden diese von der Bank im „Verlustverrechnungstopf“ gespeichert. Erzielte Gewinne werden mit diesen Verlusten gegengerechnet. Ein Beispiel: Jemand macht durch Aktienverkäufe 1000 Euro Gewinn und 400 Euro Verlust. Diese Beträge werden gegengerechnet und letztlich muss nur für 600 Euro Abgeltungssteuer gezahlt werden.

Allerdings gilt bei Aktienverlusten, dass sie auch nur mit Aktienverlusten ausgeglichen werden kann. Andere Anlageformen können hingegen miteinander verrechnet werden. Wer mehrere Depots oder Anlagen besitzt, kann auch diese gegenrechnen lassen. Dazu müssen die jeweiligen Banken eine Bescheinigung über die Verluste ausstellen und das Finanzamt verrechnet dann alle Verluste und Gewinne miteinander.

Aktiengewinn: Steuer bei ausländischen Anlagen

Aktiengewinne versteuern, Berechnung und AnalyseObwohl die Abgeltungssteuer die Versteuerung von Aktiengewinnen vereinfacht hat, gibt es dennoch einen Bereich, der nicht einfach ist: Ausländische Anlagen. Handelt man auch mit ausländischen Wertpapieren oder hat Firmenanteile internationaler Unternehmen, gibt es einige Punkte zu beachten. Fließen die Erträge auf ein deutsches Depot, dann werden sie dort, ebenso wie deutsche Anlagen, automatisch mit der Abgeltungssteuer bedacht.

Lagern die Wertpapiere aber auf einem ausländischen Konto, müssen die Erträge separat in der Einkommenssteuererklärung angegeben werden und werden dann nachträglich besteuert. Das Problem: In den meisten Fällen wurde im Land des Depots bereits Steuer abgezogen. Es kann also zu einer Doppelbesteuerung kommen. Glücklicherweise kann man sich die zu viel abgezogene ausländische Quellensteuer zurückholen. Das Bundesfinanzministerium bietet dazu ausführliche Informationen und entsprechende Formulare online an.

Befreiungsmöglichkeiten bei der Abgeltungssteuer

Bis 2008 unterlagen nicht alle Einkünfte oder Spekulationsgewinne der Versteuerung. Aktiengewinne mussten nur versteuert werden, wenn sie innerhalb eines Jahres nach Kauf des Wertpapiers wieder mit Gewinn verkauft wurden. Inzwischen werden die Steuern bei Aktienverkauf unabhängig von der Haltedauer erhoben, sofern Gewinn durch die Veräußerung erzielt wurde. Natürlich würden viele Anlegern gerne auf die Abgaben verzichten, doch das ist leider nicht möglich. Es gibt aber zwei Varianten, mit denen man zumindest Abgeltungssteuer sparen kann. Zum einen ist dies mit dem Sparerpauschbetrag möglich, zum anderen durch eine Nichtveranlagungsbescheinigung.

Freistellungsauftrag fürs Depot ausstellen

Der private Vermögensaufbau wird auf verschiedene Weise vom Staat unterstützt. Ein Instrumentarium dafür ist ein Steuerfreibetrag, der als Sparerpauschbetrag bezeichnet wird. Dank diesem ist es möglich Zinseinnahmen oder andere Einkünfte aus Kapitalvermögen unversteuert zu erhalten. Die Grenze liegt dabei bei 801 Euro (Ehepaare entsprechend 1602 Euro). Um solche Spareinnahmen, zu denen auch Aktiengewinne und Erträge aus Dividenden zählen, von der Abgeltungssteuer zu befreien, muss für das Depot ein Freistellungsauftrag ausgestellt werden.

Wird einer Bank ein Freistellungsauftrag erteilt, wird diese so lange keine Abgeltungssteuer für die Einkünfte abführen, bis die im Freistellungsauftrag genannte Grenze erreicht ist. Die automatische Abführung pausiert also. Es bleibt dem Anleger überlassen, welcher Bank er einen Freistellungsauftrag erteilt und in welcher Höhe dieser ausgestellt wird. Es ist nicht notwendig, dass der komplette Steuerfreibetrag für eine Anlageform genutzt wird, sondern der Betrag kann auch individuell aufgeteilt werden. Die Gesamthöhe von 801 bzw. 1602 Euro darf dabei nicht überschritten werden. Es bietet sich an, gleich nach Depoteröffnung der Bank einen solchen Freistellungsauftrag zu erteilen, da sofort alle Gewinne versteuert werden.

Nichtveranlagungsbescheinigung kann Vorteile bringen

Der Steuersatz der Abgeltungssteuer liegt bei 25 % plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Wer einen persönlichen Steuersatz hat, der unter dieser Grenze liegt, kann eine andere Versteuerungsmethode optional wählen. Beim Finanzamt kann man sich eine sogenannte Nichtveranlagungsbescheinigung ausstellen lassen. Reicht man diese bei der Bank ein, wird keine Abgeltungssteuer mehr abgeführt. Stattdessen müssen die Einkünfte wie früher in der Einkommenssteuererklärung angegeben werden. Sie werden dann mit dem niedrigeren persönlichen Steuersatz versteuert.

Wer sich unsicher ist, kann auch weiterhin Abgeltungssteuer zahlen und dann eine Günstigerprüfung beantragen. Dazu wird normal Abgeltungssteuer gezahlt, die Einnahmen aber zusätzlich noch in der Einkommenssteuererklärung angegeben. Das Finanzamt prüft dann, welche Besteuerung für den Anleger günstiger ist und nach diesem werden die Anlagegewinne dann versteuert. Im besten Fall erhält man dann also eine Abgeltungssteuer Rückzahlung.

Aktien: Steuern in Gewinnkalkulation einbeziehen

Attraktive junge Frau am LaptopMöchte man erfolgreich Aktien kaufen und verkaufen, werden meist ausgefeilte Strategien erarbeitet. Auch Moneymanagement ist ein großes Thema in Ratgebern und Handelskonzepten. Um am Jahresende die richtigen Schlüsse aus seinen Anlagen zu ziehen, sollte man auch die Abgeltungssteuer mit einbeziehen. Vor allem bei ausländischen Anlagen kann durch die eventuell auftretende Doppelbesteuerung schnell ein falsches Bild der Gewinne und Verluste entstehen. Wer sich aber informiert und genau auf die Abrechnungen achtet, kann in seinen persönlichen Berechnungen ohne weiteres die Steuerabgaben berücksichtigen.

Alte Regelung der Steuern: Aktien unterlagen Spekulationssteuer

Bis zur Neuregelung 2008 galten bei Aktiengewinnen Sonderregelungen. Private Veräußerungsgewinne mussten versteuert werden – sofern sie eine bestimmte Spekulationsfrist unterschritten. Daher erhielt die Regelung aus dem Einkommensteuergesetz auch den umgangssprachlichen Namen Spekulationssteuer. Aktien unterlagen dieser Regelung nur, wenn der Anleger eine gewisse Haltefrist unterschritt. Es galt eine Haltegrenze von 12 Monaten als Spekulationsfrist. Aktien, die weniger lange gehalten wurden, mussten versteuert werden. Wurden die Wertpapiere erst zu einem späteren Zeitpunkt verkauft, gab es keinen Abzug durch die Spekulationssteuer. Immobilien unterliegen dieser Regelung übrigens bis heute.

Höhe Spekulationssteuer

Zunächst ist zu beachten, dass die Spekulationssteuer nur Anwendung fand, wen die Aktiengewinne innerhalb eines Jahres nach Erwerb der Wertpapiere eintraten. Außerdem galt eine Freigrenze von 512 Euro. Solange diese Grenze nicht überschritten wurde, waren Aktiengewinne steuerfrei, erst wenn die Gewinne höher lagen wurde der gesamte Gewinnbetrag versteuert. Dies erfolgte nach dem persönlichen Einkommensteuersatz. Wie hoch die Spekulationssteuer letztlich also war, richtete sich zum einen nach der persönlichen Steuerklasse.

Zum anderen gab es Sonderregelungen für unterschiedliche Wertpapierarten. Optionsscheine wurde voll besteuert, während Aktiengewinne dem Halbeinkünfteverfahren unterlagen und nur zu 50 % besteuert wurden. Wenn man also die Höhe der Spekulationssteuer berechnen wollte, musste man einiges beachten. Um eine einfache Besteuerung von Aktien zu ermöglichen, wurde die Spekulationssteuer bei Wertpapieren 2008 abgeschafft. Lediglich bei Immobilien findet die Spekulationssteuer weiterhin Anwendung.

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