Aktienberatung: Klassiker und neue Trends

Nicht erst seit der Niedrigzinsphase gelten Wertpapiere als attraktive Investition. Allerdings schrecken viele vor den Risiken zurück. Studien zeigen regelmäßig, dass viele Deutsche nur geringfügig mit dem Aktienmarkt vertraut sind, obwohl die Hürden und Kosten für Privatpersonen für den Einstieg in den Aktienhandel zuletzt deutlich zurückgegangen sind. (Der aktuelle Depotvergleich zeigt die Kosten für Privatpersonen bei günstigen Anbietern) Dieses mangelnde Wissen rund um den Wertpapierhandel und die Anlagemöglichkeiten hält viele Menschen davon ab, ihr Vermögen auch in Aktien anzulegen. Um sich besser zu informieren und die Anlagen einem Fachmann zu überlassen, wird gerne eine Aktienberatung genutzt.

Aktienberatung hilft Einsteigern

Paar lässt sich bei Anlagen beraten

Wer sich das erste Mal mit dem Gedanken beschäftigt, sein Vermögen in Akten anzulegen, greift gerne auf eine Aktienberatung zurück, die von selbstständigen Finanzberatern oder Banken angeboten wird. Schließlich ist es für Einsteiger nicht einfach, sich in den Gebräuchen, Fachbegriffen und der breiten Produktpalette mit den vielen Handlungsmöglichkeiten zurechtzufinden. Leichter fällt es da, sich beim Thema Aktien von einem Experten beraten zu lassen.

Allerdings gibt es auch bei der Aktienberatung durch Fachkräfte keine Garantie auf Gewinne. Eine Anlage in Aktien ist immer mit Risiken verbunden. Auch Experten können keine hundertprozentigen Gewinne garantieren, sondern geben lediglich Schätzungen und Empfehlungen ab. Dennoch können Aktienberater beim Aufbau des Aktienportfolios helfen und wichtige Informationen zu Anlagestrategien, Risikoabschätzungen und Verteilungen geben.

Protokoll bei Aktienberatung Pflicht

Um Verbraucher besser zu schützen wurde 2011 eine Protokollpflicht bei Finanzberatungen eingeführt. Der Berater muss genau aufführen, welche Anlagen er empfohlen hat, mit welcher Begründung und Chancen sowie vor allem die Risiken deutlich erklären. Zusätzlich muss zu Finanzprodukten wie Aktien oder Fonds ein Produktinformationsblatt vorgelegt werden, das in einfachen Worten ebenfalls die Gewinnchancen sowie mögliche Verluste erklärt und außerdem über die Produktart informieren soll.

Auf diese Weise sollen auch Laien Einblick in die Wertpapiergeschäfte erhalten und sich ein eigenes Bild machen können. Vor allem Finanzmakler sind bisweilen daran interessiert, Papiere mit höherem Risiko zu verkaufen, da sie in der Regel häufig höhere Provisionen versprechen. Eine gute Risikoaufklärung ist daher enorm wichtig. Durch die Produktblätter und das Protokoll wird dies unterstützt.

Aktienberatung nicht mehr bei allen Banken

Die Protokollpflicht hat aber auch Nachteile. Viele kleinere Banken ziehen sich aus der Aktienberatung zurück, da der bürokratische Aufwand enorm ist. Nicht nur, dass Beratungsgespräche durch das Protokoll mehr Vor- und vor allem Nacharbeit erfordern, auch die Produktinformationsblätter erfordern einiges an Bearbeitungszeit. Alternativ kann man sich diese auch von Drittanbietern gegen ein Entgelt erstellen lassen, dies ist aber mit Kosten verbunden. So ist es für viele Banken nicht mehr lukrativ genug, eine Aktienberatung mit breitem Produktportfolio und vielen Einzelaktien anzubieten.

Gleichzeitig sind auch Verbraucherschützer mit der derzeitigen Protokollpraxis noch nicht zufrieden. Die Aufklärung sei noch zu gering, dafür der Bürokratieaufwand im Verhältnis dazu enorm. Ideal ist dieses Vorgehen also noch nicht. Änderungen an den bestehenden Regelungen werden daher immer wieder gefordert.

Selbstständiger Finanzberater oder Honorarberater?

Außer den Beratern der Banken gibt es auch noch selbstständige Finanzberater, die nicht nur allgemein zu Anlagen beraten, sondern auch Aktienberatung anbieten. Das Problem: Die meisten verdienen sich ihren Unterhalt mit Provisionen. Es ist daher enorm wichtig einen seriösen Aktienberater zu finden, der nicht nur den eigenen Gewinn, sondern auch das Wohl des Kunden im Auge hat. Einige wesentliche Punkte sollten beachtet werden, bevor man den Ratschlägen des Beraters folgt. Die wichtigsten Aspekte sind:

  • Die Vermögenssituation wird genau analysiert und in die Anlageplanung einbezogen
  • Abstimmung der individuellen Risikobereitschaft
  • Aufnahme aller Empfehlungen, Chancen und Risiken ins Beratungsprotokoll
  • Alles wird genau und detailliert erklärt, auf Fragen wird gezielt und ausführlich eingegangen
  • Provisionen werden offen kommuniziert

Unabhängige Honorarberater

Geschaeftsfrau mit ihren UnterlagenEine Alternative zum klassischen Finanzmakler kann der Honorarberater sein. Dieser ist von Provisionen unabhängig, erhält aber für seine Tätigkeit ein Honorar, das man als Kunde entrichten muss. Dafür bekommt man allerdings auch eine unabhängige Beratung, die nicht durch die finanziellen Interessen des Beraters beeinflusst ist. In Deutschland sind die Honorarberater in mehreren Verbänden organisiert. Dort kann man auch weitere Details zum Tätigkeitsfeld erfahren. Drei der bekannteren Verbände sind: Finanzplaner Deutschland Bundesverband, Berufsverband deutscher Honorarberater und der Verbund deutscher Honorarberater.

Immer mehr Anleger ohne Aktienberatung

Es lässt sich in den letzten Jahren vermehrt der Trend zum Handeln ohne Aktienberatung beobachten. Immer mehr Neulinge greifen nicht mehr auf die klassische Aktienberatung zurück, sondern wagen sich ohne Hilfe an Wertpapiergeschäfte. Befördert wurde dies auch durch die immer besseren online Angebote der Broker. Ein kostenloses Aktiendepot bietet einen guten Einstieg, um sich ohne Kontoführungsgebühren mit dem Thema Wertpapieranlagen vertraut zu machen.

Um die fehlende Aktienberatung durch einen Fachmann auszugleichen bieten viele Onlinebroker Webinare, Hilfeartikel und Diskussionsforen an. Hinzu kommt ein große online Informationsdatenbank, wo neben allen Produktinformationen auch aktuelle Kurswerte und Hintergrundwissen abgerufen werden können. Einige Onlinebroker bieten darüber hinaus auch Telefonberatung an.

Neuer Trend: Social Trading

Sieht so die Zukunft der Aktienberatung aus? Immer mehr verbreitet sich das Phänomen des Social Trading. Dabei schließen sich soziale Gruppen zusammen, zeigen öffentlich ihre Portfolios und diskutieren über Anlagestrategien. Andere Gruppenmitglieder können diesen Empfehlungen folgen oder sogar ganze Depots nachkaufen. Hintergedanke ist das kollektive Gruppenwissen anstatt das eines Experten zu nutzen. Ob und wieweit diese Strategie mit Erfolg gekrönt ist, steht noch aus. Langzeitstudien sind noch nicht erhoben, lediglich Einzelbeispiele dokumentiert.

Kritisch ist zu sehen, dass es keinerlei gesetzliche Regelungen zu Social Trading gibt und man sich in den meisten Fällen auf den Rat von Laien verlässt. Es ist also unabdingbar sich selbst zu informieren und nicht blind den Anlageempfehlungen der Gruppe zu folgen. Eine fundierte Aktienberatung oder umfassende Eigenrecherche wird Social Trading in absehbarer Zeit wohl nicht ersetzen können.

Eigene Recherche wichtig

Unabhängig davon welche Form der Aktienberatung man nutzt oder ob man sich auf seine eigenen Ideen verlässt: Eine umfassende Recherche ist immer absolutes Muss! Je besser man informiert ist, desto besser kann man auch Chancen und Risiken einschätzen. Schließlich legt man mitunter große Summen in Wertpapiere an, die vor Totalverlusten geschützt werden müssen. Wer gut informiert ist, kann das Risiko von Fehlkäufen minimieren. Auch schlechte Empfehlungen durchschaut man schneller, wenn man sich in der Materie auskennt.

Wer sich ohne Experten-Unterstützung an die Börse wagen möchte, sollte zunächst ein passendes Depot wählen. Onlinebroker mit nutzerfreundlichen Webauftritten, großen Informationsdatenbanken und Angeboten mit guten Konditionen findet man am besten in einem Aktiendepot Vergleich.

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