Anlagestrategien bei Aktien: Risiken streuen für höheren Depotertrag

Durch die niedrigen Sparzinsen entmutigt, suchen viele Privatkunden nach neuen Sparformen, um ihr Geld anzulegen. Das Beiseitelegen auf die hohe Kante oder unters Kopfkissen ist hierbei weniger empfehlenswert und nicht alle wollen ihr Erspartes in Gold oder Immobilien anlegen. Wer sein Geld für sich arbeiten lassen möchte, wählt immer häufiger Aktien und andere Wertpapiere. Depots für Privatanleger gibt es in großer Zahl, wie ein Blick auf unsere Depotbanken verrät. Die Produkte sind auch für Kunden mit wenig Wissen über die Börse attraktiv und zudem gibt es bei vielen Anbietern sehr günstige Konditionen und lohnenswerte Aktionen. Da Wertpapiere jedoch mit weitaus mehr Risiko behaftet sind konservative Sparanlagen, sollten sich Kunden Anlagestrategien mit einem breitgestreuten Aktienangebot suchen.

Die FAZ stellt in ihrer Online-Ausgabe eine dieser Strategien vor. Es orientiert sich an einer amerikanischen Anlagestrategie der Vermögensverwalter Mebane Faber und Eric Richardson. Diesem liegt ein Musterdepot zugrunde, das an amerikanische Stiftungsfonds angelehnt ist. Hier wird das Risiko breit gestreut. Generell gilt: Keine Anlagestrategie ist ein Garant für Erfolge und wenn es an der Börse kriselt, können auch breit gestreute Anlagen Verluste bringen. Dennoch gibt es Wertpapierformen, die tendenziell sicherer sind als andere.

Die Anlagestrategie ist folgende: Das Vermögen, das man bereit ist anzulegen, wird in fünf Teile aufgeteilt. Sie werden zu je einem Fünftel in 1. heimische Aktien, 2. ausländische Aktien, 3. Anleihen, 4. Immobilien und 5. Rohstoffe angelegt. Da viele davor zurückschrecken, ihr Geld in Rohstoffen anzulegen, kann dieser Teil auch weggelassen werden, so dass die anderen Anteile geviertelt sind. Generell ist es sinnvoll, alle vier bzw. fünf Teile gerecht zu teilen, doch je nach Risikobereitschaft kann man die Anteile auch variieren lassen. Die Vermögensverwalter raten dazu, die Kosten für die Verwaltung so niedrig wie möglich zu halten. Das beinhaltet keine oder nur geringe Kosten für die Depotverwaltung, sowie niedrige Orderkosten. Es wird angeraten, günstige Indexfonds zu erwerben. Dann heißt es: Abwarten. Die Experten raten dazu, nicht bei jeder Schwankung ins Negative das komplette Portfolio umzustellen, sondern auch mal eine Zeit lang abzuwarten, wie sich die Kurse entwickeln. Dies ist auf längere Sicht meist ertragreicher als der schnelle Wechsel von Börsenpapieren.

Wer nicht allzu lange untätig sein will und lieber aktivere Ziele verfolgt, kann auch das Konzept der 200-Tage-Linie anwenden. Hierbei wird ein aktueller Wertpapierkurs mit der Kursentwicklung der vergangenen 200 Tage verglichen. Anhand der 200 Tage kann ein klarer Aufwärts- bzw. Abwärtstrend erkannt werden, je nachdem, ob sich der aktuelle Kurs ober- oder unterhalb des Werts befindet. Es gilt auch für Privatanleger als lohnenswerte Anlagestrategie.

Egal, welche Anlagestrategie man wählt, man sollte sich immer im Klaren sein, dass Wertpapiere Kursschwankungen unterliegen und man daher nie eine 100%-ige Erfolgschance hat. Gerade unerfahrene Trader sollten daher auf die ihnen gegebenen Möglichkeiten zurückgreifen und das Risiko so gut wie möglich durch ein breites Angebot streuen. Zudem sollte man die Kosten niedrig halten, indem man ein günstiges Depot wählt.

Quelle: FAZ