Deutsche Anleger meiden Aktien

Trotz sehr geringer Zinsen legen die Deutschen ihr Erspartes vor allem auf Tagesgeldkonten an. Sicher ist schließlich sicher, und lieber erhält man einen winzigen Gewinn, als einen Verlust hinzunehmen. Auch die Tatsache, dass der Deutsche Aktienindex sich in den letzten sechs Jahren verdreifacht hat, macht eine Aktienanlage scheinbar nicht attraktiver. Aber sind Aktien wirklich so gefährlich? Sind Verluste quasi vorprogrammiert? Die Verhaltensökonomie beschäftigt sich mit diesem Phänomen und erklärt, weshalb das Verhalten der Deutschen Anleger ökonomisch gesehen völlig unlogisch ist:

Den richtigen Zeitpunkt erwischen

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Viele Menschen zögern, wenn es darum geht, das eigene Geld in Aktion zu investieren. Sie warten auf den richtigen Zeitpunkt. Vor allem, wenn die Kurse stetig steigen, sind Anleger skeptisch und rechnen mit einem zeitnahen Einbruch. Je höher die Kurse werden, desto mehr beschleicht sie das Gefühl, dass es für einen Einstieg bereits zu spät ist. Also entscheiden sie sich bewusst gegen eine Investition in Aktien, auch wenn sie es anschließend bereuen.

Diese Einstiegsphobie sorgt dafür, dass die Entscheidung für einen Aktienkauf immer weiter verschoben wird, bevor der Anleger eine falsche Wahl trifft und Verluste erleidet. Lieber wird also keine Entscheidung getroffen als eine falsche. Darüber hinaus sorgen schlechte Erfahrungen dafür, dass aktuelle Chancen nicht erkannt bzw. genutzt werden.

Mit Aktien ist man ständig beschäftigt

Ohne Fleiß, kein Preis: Nach diesem Motto haben Menschen in ihrem Leben schon viel erreicht. Doch lässt sich diese Lebensweisheit – insofern man sie für eine hält – nicht eins zu eins auf den Aktienhandel übertragen. Viele Sparer denken, dass die Entwicklung der Börsenkurse ständig verfolgt werden muss, um schnell auf Änderungen reagieren und ein möglichst gutes Ergebnis erreichen zu können. Solange der Kunde jedoch nicht in Einzelwerte investiert, kann hier Entwarnung gegeben werden. Tatsächlich ist es sogar so, dass bei Investition in beispielsweise Indexfonds, vielmehr Geduld und die Anlage über einen längeren Zeitraum gefragt sind.

Innovative Finanzprodukte sind attraktiver als Aktien

Mann steht vor einem Wegweiser und der Entscheidung Rendite mit Risiko oder SicherheitEmotionen haben großen Einfluss auf das Handeln von Menschen, so auch auf die Wahl ihrer Geldanlage. Investitionen in innovative Finanzprodukte sind nicht nur neu und deshalb reizvoll, sondern vermitteln dem Anleger auch das Gefühl, Teil von etwas Besonderen zu sein. Dies sorgt dafür, dass er sich – trotz eventuell höherer Risiken – für diese Anlageform entscheidet. Ein Fehler, der sich, wie im Fall des Windradherstellers Prokon, rächen kann. Obwohl Sparer Aktien als zu risikoreich einstuften, investierten sie in Anleihen des Unternehmens und mussten entsprechende Verluste hinnehmen.

Finanzexperten kann man blind vertrauen

Psychologische Tricks sind auch in der Finanzbranche keine Seltenheit. Scheinbare Experten locken Anleger mit Schmeicheleien, angeblichen Geheimtipps oder der Aussicht auf einen großen Gewinn ohne Arbeit. Vor allem Personen, die etwas unsicher in der Finanzbranche unterwegs sind, lassen sich oft leichter beeinflussen und folgen der vermeintlich sicheren Anlageempfehlung des Experten. In den meisten Fällen. bringen diese Tipps jedoch nicht den erhofften Gewinn.

Steuern sparen ist ein größeres Risiko wert

Bei der Aussicht Steuern zu sparen, wird so mancher Anleger hellhörig. Schließlich wirkt dieses Angebot ähnlich wie eine Rabattaktion. Man bezahlt ja weniger. Dabei wird aber oft das erhöhte Risiko außer Acht gelassen. Zur Verdeutlichung: Hat man beim Schmuggeln einer Stange Zigaretten durch den Zoll ein paar Euro gespart, so ist das Risiko wohl kaum als ökonomisch sinnvoll einzustufen. Wenn man erwischt wird, fällt die Strafe schließlich umso höher aus. Psychologisch jedoch, wird eine erfolgreiche Schmuggel-Aktion, trotz minimalem Gewinn, positiv ausgelegt.

Vorurteile gegenüber Geldanlagen in Aktien

Die folgende fünf Trugschlüsse halten die Deutschen davon ab, in Aktien zu investieren:

  • Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt, um Aktien zu kaufen.
  • Die Entwicklung der Aktien muss ständig verfolgt werden, damit man schnell reagieren kann.
  • Aktien sind zu riskant. Die Geldanlage in innovative Finanzprodukte ist attraktiver.
  • Finanzexperten geben grundsätzlich sichere Tipps.
  • Wenn man Steuern sparen kann, ist ein größeres Risiko gerechtfertigt.

Aktien als attraktive Anlage erkennen

Es wird deutlich, dass die ablehnende Haltung der Deutschen gegenüber Aktien weniger ökonomische, als vielmehr psychologische Ursachen hat. Berücksichtigt man diesen Sachverhalt und betrachtet die positive Entwicklung des Deutschen Aktienindexes, so steht einer Investition in Wertpapiere nichts mehr im Wege. Schließlich handelt es sich um eine vernünftige und durchaus profitable Geldanlage. Um das passende Depot zu finden, bietet sich ein umfassender Vergleich an.

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