Fonds: Ideal für langfristigen Vermögensaufbau?

Wer nach einer passenden langfristigen Geldanlage sucht, wird eher früher als später auf offene Investmentfonds stoßen. Sie sind vielseitig und bieten gute Renditechancen bei überschaubaren Risiken. Dabei ist die Auswahl mittlerweile so groß, dass Anleger mit ihrem Kapital auch in einzelne Branchen investieren oder speziellere Strategien verfolgen können, zum Beispiel ein ethisch-ökologisches Investment.

Fonds: Definition in aller Kürze

Doch was ist ein Fonds eigentlich? Ein Investmentfonds ist ein Finanzprodukt zur Kapitalanlage, das aus mehreren Einzelwerten – zum Beispiel verschiedenen Aktien, Anleihen oder Immobilien – besteht. Anleger können Fondsanteile kaufen und werden im Gegenzug an der Wertentwicklung beteiligt; erzielt der Fonds Gewinne, erhalten sie diese ihren Anteilen entsprechend. Dabei zahlen ausschüttende Fonds Gewinne direkt an die Anleger aus; thesaurierende Fonds hingegen reinvestieren erzielte Gewinne. Die Sammlung mehrerer Werte in einem Fonds sorgt für einen Streueffekt, durch den die individuellen Risiken, die mit einer Aktie oder Immobilie verbunden sind, sinken.

Geschlossene Fonds:

Anders als bei offenen Fonds gibt es bei geschlossenen Fonds keine Trennung zwischen Fondsvermögen und dem Vermögen der Gesellschaft. Jeder Anleger ist mit seinem Geld an der Fondsgesellschaft (in der Regel eine GmbH & Co. KG) beteiligt. Wenn Gesellschaften geschlossene Fonds auflegen, sind diese nur für einen begrenzten Zeitraum für die Investition geöffnet. Aufgrund ihres hohen Risikos sind solche Fonds für Privatanleger ungeeignet.

Fonds werden von Investmentgesellschaften aufgelegt. Diese Gesellschaften sammeln das Geld der Anleger in einem Sondervermögen, welches rechtlich vom Vermögen der Fondsgesellschaft getrennt ist. Mit dem Kapital können sie Wertpapiere und Sachwerte kaufen und verkaufen und stellen auf diese Weise das Portfolio zusammen. Die Zusammensetzung eines Fonds ändert sich also zwar ständig, unterliegt aber einer bestimmten übergeordneten Strategie, die der Fondsmanager verfolgt. Und die beginnt bereits mit der Festlegung der Anlagebereiche. Demnach können verschiedene Fondsarten unterschieden werden:

  • Aktienfonds (investieren hauptsächlich in Aktien)
  • Rentenfonds (investieren vorrangig in Anleihen)
  • Geldmarktfonds (legen z.B. in Anleihen mit kurzer Restlaufzeit und Termingeldern an)
  • Immobilienfonds (bestehen vor allem aus gewerblichen Immobilien)
  • Mischfonds (Titel aller Anlagebereiche)
  • Dachfonds (Investment in andere Fonds)

Strategien der Fonds

Neben der grundlegenden Ausrichtung des Fonds auf eine oder mehrere Anlageklassen sind weitere strategische Aspekte entscheidend dafür, welche Möglichkeiten und Risiken ein Fonds seinen Anlegern bieten kann. So gelten etwa Rentenfonds gemeinhin als vergleichsweise sichere und ein wenig langweilige Anlage, doch es gibt auch Rentenfonds, die ihre Strategie auf hochverzinsliche Anleihen auslegen. Und da es auf Anleihen nur dann hohe Zinsen gibt, wenn mit den ausgebenden Unternehmen ein Risiko verbunden ist, sollten sich Anleger die Risiken immer bewusst machen und die jeweiligen Strategien der Fondsgesellschaften dahingehend prüfen.

Ethische Anlagen

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Strategie kann aber auch auf der gesellschaftlichen Ebene stattfinden. So ist ein Trend der letzten Jahre die ethische Kapitalanlage, bei der nicht nur Rendite und Risiko eine Rolle spielen, sondern gleichzeitig auch ethische oder ökologische Aspekte. Ökofonds investieren daher nur in Unternehmen, die dem Anspruch der Fondsgesellschaft gerecht werden. So schließen sie vielleicht Rüstungshersteller oder Energieunternehmen, die auf Atomkraft setzen, aus. Anleger, die ein solches Investment tätigen möchten, sollten auch prüfen, wie strikt der gesellschaftliche Anspruch der Ethikfonds verfolgt wird.

Chancen und Risiken

Offene Investmentfonds bieten eine Reihe von Vor-, aber auch einige Nachteile. Grundlegend kann man aber sagen, dass solche Fonds für viele Anleger mit den unterschiedlichsten Ansprüchen eine sinnvolle Kapitalanlage sein können. Dabei kommt es letztlich immer auf die Anlagebereiche und die Strategie des Fonds an. Aus beidem ergeben sich Chancen und Risiken eines Fonds.

Vorteile von Fonds

Der größte Pluspunkt von Investmentfonds ist die breite Risikostreuung gegenüber dem direkten Aktienkauf. Fonds investieren in mehrere Anlageprodukte gleichzeitig und senken damit das Gesamtrisiko. Ein Aktienfonds kann beispielsweise Aktien aus verschiedenen Ländern, Regionen und Branchen enthalten. Damit ist der Fonds weniger von einem einzelnen Markt oder gar Unternehmen abhängig, als das für Einzelaktien beziehungsweise nur wenig gestreute Portfolios der Fall wäre. Damit sinkt das Risiko. Ein weiterer Vorteil ist die Liquidität der Anteile: Anleger können ihre Anteile jederzeit an die Fondsgesellschaft zurückgeben und erhalten dafür den aktuellen Gegenwert ihrer Anteile. Einzig im Fall von Immobilienfonds gibt es Rückgabefristen von einem Jahr und eine Mindesthaltedauer von zwei Jahren. In diesem Fall sollten Anleger also früh genug ihre Fondsgesellschaft über ihren Ausstieg informieren.

Klassische Investmentfonds sind aktiv gemanagt, das heißt, ein oder mehrere Fondsmanager verwalten die Zusammensetzung, sie kaufen und verkaufen also ständig neue Wertpapiere. Auf diese Weise versuchen sie, die beste Performance herauszuholen. Für den Anleger hat das den Vorteil, dass er die Anlageentscheidungen den Profis überlassen kann. Das spart ihm nicht nur Zeit und Mühe. Entscheidend ist nämlich zudem, dass Fondsmanager einen tieferen Einblick in den Markt erhalten können als Privatanleger. Sie können sich Feedback ihrer Analysten einholen oder etwa relevante Unternehmen besuchen.

Nachteile von Fonds

Günstige Indexfonds

Indexfonds, sogenannte ETFs (Exchange Traded Funds), sind eine günstige Alternative zu den teureren aktiv gemanagten Fonds. Ratgeber empfehlen ETFs oft, da sie gute Renditechancen bei relativ geringen Risiken bieten. ETFs bilden stets einen Index ab und haben damit annähernd die gleiche Wertentwicklung wie der zugrundeliegende Markt.

Ein Nachteil vieler Fonds sind hingegen die vergleichsweise hohen Verwaltungskosten. Fonds sind verwaltungsintensive Finanzprodukte, die eine ständige professionelle Betreuung benötigen. Anleger müssen deshalb in der Regel Verwaltungs- und Managementgebühren entrichten. Einige Fonds erheben zusätzlich eine Performancegebühr, die erhoben wird, wenn Gewinne erzielt werden konnten. Ein Kostenpunkt, den sich Anleger – gerade angesichts der gesondert anfallenden Depotgebühren – sparen sollten, ist der Ausgabeaufschlag in Höhe von drei bis fünf Prozent des Ordervolumens. Viele Direktbanken und Online-Broker geben einen Rabatt auf den Aufschlag. Mitunter entfällt dieser sogar vollständig.

Dass sich ein Fondsmanager um die eigene Geldanlage kümmert, könnte manch einer auch als Nachteil empfinden. Immerhin sind Anleger abhängig von dessen Geschick. Verschläft er einen positiven oder negativen Trend, kann das die Renditeaussichten schmälern. Die professionelle Portfolioverwaltung steht und fällt also auch mit den Fähigkeiten der beteiligten Fondsmanager.

Fondsanteile kaufen

In der Regel wird Kapital in Fonds langfristig, zum Beispiel als Fondssparplan, angelegt. Schon allein deshalb kann die Entscheidung für einen Fonds nicht leichtfertig getroffen werden. Anleger sollten ihre Investmentziele klar formulieren und anschließend nach einem Fonds suchen, der dazu passt. Das können dann beispielsweise risikoarme, renditestarke oder günstige Fonds sein; oder vielleicht gar ethische Anlagen. Logisch also, dass es die besten Fonds nicht geben kann. Dann würde jeder in diese investieren. Vielmehr ist es so, dass die meisten Ansprüche, die Anleger an ihr Investment stellen, durch den einen oder anderen Fonds befriedigt werden können.

Informationen zu einzelnen Fonds finden Anleger in den Verkaufsprospekten der Investmentgesellschaften. In diesen oft sehr umfangreichen Broschüren geben sie Auskunft zum Beispiel über die Anlagestrategie, Risiken und die bisherigen Wertentwicklungen der vergangenen Geschäftsjahre. Anleger sollten aber auch die Gebühren und Kosten des Fonds studieren. Die Prospekte können unter anderem auf den Webseiten der Fondsgesellschaften heruntergeladen werden.

Den passenden Broker finden

Wer einen passenden Fonds gefunden hat, kann den letzten Schritt angehen und ein Depot bei einem Broker suchen, der diesen Fonds – vielleicht sogar als Fondssparplan – auch im Angebot hat. Anleger sollten Depots vergleichen und dabei auch darauf achten, ob ein Anbieter vielleicht sogar Rabatte auf den Ausgabeaufschlag des Fonds gewährt. Stimmen auch ansonsten alle Konditionen, kann die Möglichkeit eines Rabatts den letzten Ausschlag dafür geben, für welches Depot man sich entscheidet.

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