ETF: Fonds mit Sparfaktor

Auf der Suche nach einer lukrativen Geldanlage in Zeiten der Niedrigzinsen wenden sich immer mehr Menschen dem Aktienmarkt zu. Insbesondere Neulinge in der Börsenwelt setzen dabei gerne auf relativ sichere Produkte wie Aktienfonds, die auch für Einsteiger leicht zugänglich sind und wenig Börsen-Know-How erfordern. Die wichtigen Entscheidungen übernimmt ein Fondsmanager für den Anleger. Dieser Service kostet aber auch. Eine immer populärer werdende Alternative zum klassischen Aktienfonds sind ETFs, Indexfonds, die durch zahlreiche Vorteile Anleger überzeugen.

Anlageprodukt ETF: Definition und Funktion

Die Abkürzung ETF steht für „Exchange Traded Funds“. Damit werden Indexfonds bezeichnet, die an der Börse gehandelt werden. Ein ETF bildet einen bestimmtem Index nach. So gibt es zum Beispiel einen DAX-ETF oder einen Dow-Jones-ETF. Ziel des ETFs ist es, den Index in seiner Zusammensetzung und Gewichtung möglichst genau nachzubilden und so an den Entwicklungen der Indizes zu partizipieren. Dies unterscheidet ETFs von anderen Fonds, bei denen ein Fondsmanager über die Wertpapiere im Fonds-Portfolio entscheidet.

Infrografik zur Zusammensetzung von ETFs

Durch die Zusammensetzung des Index ergibt sich automatisch eine breite Streuung innerhalb des Fonds. Gleichzeitig können ETFs an der Börse gehandelt werden, was sie sowohl für langfristige Anlagen, als auch als kurzfristige Handelsobjekte interessant macht. So werden zwei Anlageformen in einem Produkt vereint. Die Beschaffenheit von ETFs lässt sich auch sehr gut an den zahlreichen Vorteilen erkennen, die sie als Anlageprodukt haben. Eine Auflistung dieser positiven Aspekte zeigt die Möglichkeiten, die für den Anleger mit diesem Produkt verbunden sind.

Einfach und einsteigerfreundlich

ETF-Trading ist wesentlich einfacher als der Handel mit Aktien oder anderen Wertpapieren. Mit nur einem einzigen ETF kann man in ein ganzes Marktsegment investieren, zum Beispiel in die 30 Unternehmen, die im DAX gelistet sind. Dazu muss man nicht von jedem Unternehmen Aktien erwerben und verwalten, sondern es genügt der einzelne ETF. Die Kursentwicklungen eines Indizes sind auch für Einsteiger leichter nachzuvollziehen als das auf und ab einzelner Aktien.

Transparente Zusammensetzung

Nicht nur für Neulinge ist es ein gutes Gefühl zu wissen, wohin das eigene Geld eigentlich fließt. Bei klassischen Investmentfonds ist die Zusammensetzung häufig nicht bekannt. Der Fondsmanager verändert die Anteile ständig, um möglichst gute Ergebnisse zu erzielen – nicht immer mit dem gewünschten Erfolg. Bei einem ETF wissen Anleger jederzeit zu welchen Anteilen sich welches Wertpapier im ETF-Portfolio befindet. Nicht nur die grobe Zusammensetzung ist aufgrund des Indizes, auf dem der Fonds beruht, bekannt, die verwaltende Fondsgesellschaft gibt die exakte Gewichtung täglich heraus. Ebenso wie sämtliche Handelsdaten, zum Beispiel Geld-Brief-Spanne und Handelsvolumen. Diese Informationen können online jederzeit abgerufen werden, bei der Fondsgesellschaft, dem eigenen Broker oder auf den Seiten der Handelsplätze, wie der Frankfurter Börse.

Kostengünstige Anlageform

Ein unschlagbarer Vorteil sind die Kosten bei einem ETF. Fonds werden üblicherweise von einem Manager betreut, der beständig die Zusammensetzung überwacht und gegebenenfalls Wertpapiere kauft oder verkauft. Dies verursacht für den Anleger Kosten, denn der Fondsmanager wird für sein Tun selbstverständlich entlohnt. Da bei einem ETF ein Index nachgebildet wird, entfallen die Kosten für das aktive Fondsmanagement. Zwar fallen bei einem ETF ebenfalls Verwaltungsgebühren an, diese sind aber wesentlich geringer als bei gemanagten Fonds. Des Weiteren gibt es keinen ETF-Ausgabeaufschlag, der bei klassischen Fonds für den Kauf und Verkauf anfallen können.

Beim Handel mit ETFs fallen allerdings die börsenüblichen Kosten an. Diese sind vom ETF unabhängig, sondern werden von der depotführenden Bank erhoben. Hinzu kommt, dass für den Erwerb und die Verwahrung der ETFs ein Depot benötigt wird. Hier können unter Umständen Depotgebühren anfallen. Kostengünstige Anbieter lassen sich aber leicht mit einem online Depot-Vergleich finden.

Risikoarmes Investment

Die Investition in ETFs hat gegenüber der Anlage in einzelne Aktien den Vorteil, dass der einzelne ETF bereits eine Risikostreuung enthält. Schließlich bildet der ETF einen Index nach, der aus Prinzip mehr als ein Unternehmen enthalten muss. So wird automatisch in mehrere Wertpapiere investiert, je nach zugrundeliegendem Index. Bei einem S&P-500-ETF investiert man entsprechend in 500 Unternehmen gleichzeitig, bei einem DAX-ETF in 30. Eine solche Streuung mit Einzelaktien erfordert einen erheblichen Aufwand und gute Marktkenntnisse. Auch gemanagte Fonds erreichen selten eine so breite Diversifikation, da sie vor allem auf lukrative Entwicklungen setzen.

Trotz der breiten Streuung unterliegen auch ETFs dem Kapitalmarktrisiko. Das bedeutet, dass im Falle eines Kursfalles mit Verlusten zu rechnen ist. Sollte allerdings die Fondsgesellschaft insolvent gehen, müssen Anleger nicht um ihre Investitionen fürchten. Das investierte Geld wird als Sondervermögen des Fondsunternehmens geführt und ist somit unantastbar. Im Falle einer Insolvenz erhalten die Anleger ihr Geld zurück – entsprechend dem derzeitigen Wert ihrer ETFs.

Hohe Liquidität und kein Wiederanlagerisiko

ETFs eignen sich nicht nur für die langfristige Anlage. Viele Investoren schätzen die Möglichkeit, schnell in einen ETF investieren zu können und genauso schnell das Geld wieder herauszuziehen. Anders als bei Festgeldanlagen, kann der ETF jederzeit veräußert und das Kapital wieder freigemacht werden. Außerdem muss bei ETFs nicht auf Fälligkeiten oder Auslauftermine geachtet werden. Sie können also ohne Aufwand auch als Langzeit-Anlage genutzt werden.

Anteil an Dividenden

Wer in Indexfonds investieren möchte, kann nicht nur an den Kursentwicklungen partizipieren, sondern auch an den Dividenden beteiligt werden. Egal ob der ETF thesaurierend oder ausschüttend ist, der Anleger profitiert. Bei einem thesaurierenden ETF werden die Dividenden wieder direkt in den Fonds investiert, bei einem ausschüttenden ETF werden diese (meist einmal jährlich) ausgezahlt. Um welche Art ETF es sich handelt, kann dem Datenblatt zum Produkt entnommen werden.

Große Auswahl und breite Vielfalt

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Aktueller Verbrauchertipp:

Einige Broker bieten ETF-Finder an, mit denen gezielt nach Regionen, Märkten und Wertpapierarten gesucht werden und direkt in die ETFs investiert werden kann.

Der Erfolgszug der ETFs bei den Anlegern hat die Angebotspalette in den letzten Jahren wachsen lassen. So kann nicht mehr nur in einzelne Märkte investiert werden, sondern auch in Rohstoffe (z.B. Gold ETFs), in einzelne Technologiezweige (z.B. Biotech ETF) oder sogar in einen Querschnitt der Weltunternehmen (z.B. MSCI World ETF). Das Angebot ist riesig und es werden für viele Indizes mehrere ETF-Varianten von verschiedenen Emittenten angeboten. In diversen Rankings kann man jederzeit die Top-ETFs aus einzelnen Kategorien einsehen.

Investieren in ETF: Fonds finden und kaufen

Bei der großen Auswahl stellt sich die Frage, in welchen ETF investiert werden soll. Diese Frage ist nicht allzu leicht zu beantworten, denn trotz aller Einfachheit von ETFs gibt es einige Punkte zu beachten. Zudem sollte auch ein ETF den eigenen Anlagewünschen entsprechend gewählt werden. So muss neben der Frage ausschüttend oder thesaurierend auch die nach dem gewünschten Markt gestellt werden. Bei Indizes, die in Fremdwährung geführt werden, kann es unter Umständen zu Währungsverlusten kommen. Möchte man möglichst breit investieren sollten ETFs mit einem Index, in dem eine hohe Anzahl an Unternehmen berücksichtigt wird, gewählt werden. Selbstverständlich sollten auch allgemeine Marktentwicklungen nicht gänzlich außer Acht gelassen werden. Denn auch Indizes sind nicht von Marktschwankungen oder – im schlimmsten Fall – Finanzkrisen geschützt.

Hat der Anleger sich für einen ETF entschieden, ist der Erwerb denkbar einfach. Zunächst muss ein Depot eröffnet werden, sofern nicht bereits ein entsprechendes Konto besteht. Dann kann einfach über die ganz normale Handelsmaske ein passendes ETF gesucht werden. Der Handel funktioniert genau wie bei Aktien. ETFs haben auch eine eigene ISIN bzw. WKN. Für unerfahrene Anleger kann auch ein ETF-Sparplan sinnvoll sein. Dann wird mit regelmäßigen Sparraten in ETFs investiert. Der Sparplan kann auf das vorhandene Budget angepasst werden und ist weniger verwaltungsaufwendig als Einzelinvestitionen.

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