Freigabe des Franken überrascht Börse

Anleger, die in Schweizer Wertpapiere investiert haben, müssen seit der gestrigen Meldung zur Aufhebung des Mindestkurses beim Schweizer Franken schwer schlucken. Für viele Privatanleger können sich große Verluste ergeben. Auf deutscher Seite hat die Entwicklung Vor- und Nachteile gleichermaßen.

Hintergrund zur Freigabe

Kurse des Franken:

Bisheriger Frankenkurs:
mindestens 1,20 Euro
Kurs 16.01.:
0,982061095 Euro

Am gestrigen Donnerstag hatte die Schweizer Nationalbank völlig überraschend verkündet, die Koppelung des Franken an den Euro aufzuheben. Mit dieser Maßnahme war der Schweizer Franken seit über drei Jahren künstlich auf einem niedrigen Niveau gehalten worden. Der Euro lag damit immer bei mindestens 1,20 Franken. Diese Verknüpfung existiert nun nicht mehr. Der Leitindex der Schweizer Börse (SMI) verlor heute rund 4 Prozent und sank auf rund 8000 Punkte ab. Gestern wurde der stärkste Einbruch seit 1989 verzeichnet. Rund 140 Milliarden Franken wurden dadurch von Anlegern verloren.
Hohe Gewinne konnten allerdings diejenigen Anleger einfahren, die zuvor auf den Franken spekuliert hatten. Derzeit liegt der Wert des Franken bei 0,99 Euro, was ein Fünftel des bisherigen Kurses bildet.

Viele Aktienkurse fielen in den Keller

Anleger, die in Aktien von Schweizer Banken und Luxusaktien investiert haben, müssen derzeit die größten Verluste hinnehmen. So fielen zum Beispiel die Kurse der Banken Julis Bär, Credit Suisse und UBS erheblich um bis zu 11 %. Andere Marken hatten zwar nicht so schwer zu kämpfen, doch auch sie mussten einige Prozent Kursverfall hinnehmen. Die „besten“ Aktien verloren immerhin noch um mehr als ein Prozent.
Auch auf den DAX hatte die Meldung Auswirkungen. Zunächst sank der deutsche Aktienindex, konnte sich dann aber wieder fangen und erreichte dann zum ersten Mal in diesem Jahr die 10.000er-Marke. Grund hierfür ist die Tatsache, dass der deutsche Export in die Schweiz in Zukunft günstiger werden dürfte.

Auswirkungen nicht nur für Aktienanleger

Nicht nur Kunden eines Depots sind jetzt von der Franken-Freigabe betroffen. Auch für die Verbraucher kann es demnächst teurer werden, wenn sie Produkte aus der Schweiz kaufen oder in der Schweiz Urlaub machen. Da der Euro in der Schweiz nun weniger wert ist, müssen Urlauber tiefer in die Tasche greifen, beispielsweise beim Skiurlaub. Für die Tourismusindustrie könnte das herbe Verluste bedeuten.
Und auch die Produkte, die man hierzulande kaufen kann, könnten teurer werden. Die klassischen Exportprodukte wie Schokolade, Uhren, aber auch Medikamente, könnten für den Export teurer werden, was vor allem für mittelständische Unternehmen gefährlich werden könnte.

In Deutschland könnte man auch von der Entwicklung profitieren: Gerade in grenznahen Gebieten könnte der Einzelhandel von den Schweizer Kunden profitieren. Wer sich selbst ein Bild vom derzeitigen Aktienmarkt machen will, kann dies mit einem kostenlosen Aktiendepot zu guten Konditionen tun. Entsprechende Angebote gibt es im Vergleich.

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