Fußball-Aktien – eine sinnvolle Geldanlage?

Es ist der Idealfall: Ich investiere in etwas, mit dem ich mich identifizieren kann. Fußballbegeisterte können beispielsweise Fußball-Aktien kaufen und auf diese Weise Anteilseigner einer Profimannschaft werden. Doch bei welchen Clubs können Anleger überhaupt Anteile erwerben? Und was sollte man – Fan oder Nicht-Fan – zum Thema Fußball-Aktien wissen?

Fußballclubs sind Unternehmen

Es ist insbesondere unter Anhängern der großen Traditionsvereine ein kontrovers-diskutiertes Thema: Ist es richtig, die Profi-Abteilung als Kapitalgesellschaft auszugliedern, um Anteile an Investoren verkaufen zu können?

Die Ausgliederung der Profi-Abteilung aus der Vereinsstruktur soll meist vor allem Geld in die Kasse spülen, um den steigenden Kapitalbedarf im Fußball gerecht zu werden. Das soll wiederum den sportlichen Erfolg ankurbeln. In Deutschland ist die große Mehrheit der Bundesligisten diesen Schritt bereits gegangen. Die meisten Profi-Fußballmannschaften sind Kapitalgesellschaften und in unterschiedlichen Unternehmensformen wie GmbH, GmbH & Co KGaA oder AG organisiert.

Diese Bundesliga-Vereine sind als AG bzw. GmbH & Co KGaA organisiert: (Stand 2017)

  • FC Bayern München AG
  • Eintracht Frankfurt Fußball AG
  • HSV Fußball AG
  • VfB Stuttgart 1893 AG
  • Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA
  • FC Augsburg 1907 GmbH & Co. KGaA
  • Hertha BSC GmbH & Co KGaA
  • SV Werder Bremen GmbH & Co. KGaA
  • 1. FC Köln GmbH & Co. KGaA
  • Hannover 96 GmbH & Co. KGaA

50+1-Regel soll sportsunabhängige Interessen einschränken

1998 beschloss der Deutsche Fußballbund, kurz DFB, dass Kapitalgesellschaften in der Bundesliga spielen dürfen. Allerdings müssen sich die Clubs an die 50+1-Regel halten. Diese besagt, dass ein eingetragener Verein mit ausgegliederter Profiabteilung 50% plus einen weiteren Anteil der Stimmrechte besitzen muss. Eine Ausnahmeregelung ist jedoch möglich, wenn der Investor seit mehr als 20 Jahren im Verein tätig ist (Beispiel: Bayer Leverkusen oder VfL Wolfsburg).

In welche Clubs können Privatanleger in der Bundesliga investieren?

Die Ausgliederung als GmbH & Co KGaA oder AG bedeutet nicht automatisch, dass jeder Anleger von diesen Clubs Aktien kaufen kann. Denn eine AG kann – muss aber nicht – an einer Börse notiert und zum Handel zugelassen sein.

Die BVB-Aktie – bislang Deutschlands einzige Fußball-Aktie

Die ausgegliederte Kapitalgesellschaft des FC Bayern München ist zwar als AG organisiert, allerdings ist die FC-Bayern-Aktie nicht an der Börse handelbar: Damit können nur ausgewählte Investoren (in dem Fall beispielsweise adidas) Anteile erwerben. Privatanleger können die Bayern-München-Aktie nicht kaufen. Bislang vollzog nur Borussia Dortmund den Börsengang. Seit Oktober 2000 können damit Privatanleger Anteile der schwarz-gelben Profis erwerben.

Im internationalen Vergleich steht Fußball-Deutschland der Börse sehr zögerlich gegenüber. Neben dem BVB gibt es keine weiteren Fußballvereine an der Börse. Bereits 1983 wagte der Londoner Club Tottenham Hotspur als erster Fußballverein den Gang an die Börse. Weltweit gibt es insgesamt rund 30 börsennotierte Fußballclubs.

Fußball-Aktien: Übersicht über die umsatzstärksten, börsennotierten Fußballclubs (Stand 2017) in Europa

Mannschaft Nation an der Börse seit… Marktwert
Manchster United UK 06.1991 3.095 Mio Euro
FC Arsenal London UK 02.1991 1.956 Mio Euro
Juventus Turin Italien 10.2000 1.218 Mio Euro
Borussia Dortmund Deutschland 05.2000 971 Mio Euro
AS Rom Italien 12.2001 453 Mio Euro
Ajax Amsterdam Niederlande 02.2002 274 Mio Euro
Lazio Rom Italien 05.1998 227 Mio Euro
Besiktas Istanbul Türkei 11.1997 219 Mio Euro

Wichtig: Außerordentlich hohe Umsätze geben keine Aussage über einen etwaigen Erfolg an der Börse!

Der BVB als warnendes Beispiel?

Der Verlauf des Aktienkurses der BVB-Aktie zeigt starke Kursschwankungen. Die BVB Aktie ging mit einem Verkaufswert von elf Euro an den Start und durchlebte seitdem mehrere Tiefs, aber auch Entspannungen. Wer jedoch im Jahr 2000 eine Aktie erworben hat, dürfte angesichts des aktuellen Börsenwertes von rund 6,20 € (Stand: Juli 2017) keine Luftsprünge machen. Allerdings kennen die Käufer der Borussia-Dortmund-Aktie auch sehr viel dunklere Zeiten: So purzelte der Aktienkurs im Juli 2009 auf unter 1 Euro – Pennystock-Niveau.

Aktien: Fußballvereine im Ausland

In Deutschland sind für die meisten Anleger die Hoffnungen, mit Fußball-Aktien eine gute und sichere Rendite zu erzielen, bislang nicht in Erfüllung gegangen. Der Blick ins Ausland könnte sich jedoch lohnen. Denn auch bei Fußball-Aktien gibt es sowohl positive als auch negative Beispiele. So konnten einige europäische Top-Clubs erfreulichere Kursentwicklungen als der BVB vorweisen. Ein Beispiel: Juventus Turin. Einst auf Penny-Stock-Niveau konnte der Kurs ordentlich zulegen. Auch Ajax Amsterdam und Lazio Rom können aktuell ein Kursplus verzeichnen.

Sind Aktien von Fußballvereinen besonders risikoreich?

Fußball-Aktien gelten meist als riskante Investitionen und nicht erfolgsversprechend. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass Fußball ein extrem schnelllebiges Geschäft ist. Erzielt eine Mannschaft einen sportlichen Erfolg, greifen Anleger oftmals begeistert zu. Stellt sich jedoch der sportliche Erfolg wieder ein, droht eine Abwärtsspirale. Wie auf dem Rasen sind solche Entwicklungen innerhalb sehr kurzer Zeit zu beobachten. Fußball-Aktien können daher sehr schnell große Kursschwankungen durchleben. Und da der sportliche Erfolg nur schwer einzuschätzen ist, ist das Risiko für Anleger auch dementsprechend hoch. Doch nicht nur der sportliche Erfolg spielt eine Rolle. Hinzukommen weitere Faktoren, die den Aktienkurs im Fußball beeinflussen können:

  • Trainerwechsel
  • der Verkauf oder Kauf von Spielern
  • der Absprung oder Einstieg eines Investors
  • die Bilanz des Fußballvereins

Jedes der genannten Punkte kann – muss aber nicht – den Aktienkurs beflügeln bzw. negativ beeinflussen. Wichtig ist jedoch, dass sich Anleger des Risikos bewusst sind und sich vor dem Kauf von Fußball-Aktien zu einigen wichtigen Punkten rund um den Club wie der finanziellen Situation (Verzeichnet der Club eine positive Bilanz?) sowie der Nachwuchsförderung (Sind hohe Transfersummen möglich?) informieren. Aber unabhängig davon, ob man Fan oder Nicht-Fan ist, gilt: Wer sein Geld sicher und langfristig anlegen möchte, sollte ein weniger schnelllebiges Geschäft als Fußball wählen.

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