Lust auf Luxus – oder droht die Markenmüdigkeit?

Ist es mit den fetten Jahren vorbei? Für viele Hersteller von Luxuswaren sieht es beinahe so aus. Die Aktien der Markenproduzenten schwächeln beträchtlich.
Das liegt zum Teil daran, dass Chinas Wachstumstreibkraft nachlässt und der Euro in vielen Fällen das Geschäft belastet. Analysten rechnen damit, dass in diesem Jahr weltweit nur eine einstellige Wachstumsrate in der Branche erwartet werden kann.

Eine neue Normalität?

Die Analysten gehen davon aus, dass dieser Zustand bald die neue Normalität wird und diese Konsolidierung den Markt weniger anfällig für Aktienverluste in Wirtschaftskrisen und -schwankungen in Ländern wie Russland, Brasilien oder Japan macht. Die positiven Wachstumsprognosen für Westeuropa und die USA hätten aber das Potential, Schwächen auszugleichen.
Vor allem China sorgte in den letzten Jahren dafür, dass bei den Herstellern hochwertiger Luxusartikel die Kassen klingelten.
Das bevölkerungsreichste Land der Erde wird zwar weiterhin der größte Absatzmarkt für Luxuskonsumgüter bleiben, dennoch sorgt die Antikorruptionskampagne der Regierung dafür, dass Finanzexperten nur ein Wachstum des Luxusgütermarkts von 2 bis 4 Prozent prognostizieren.
Die Hoffnung großer Marken wie Hermès und Prada liegen jetzt auf Japan, so das Ergebnis einer neuen Studie. Das liegt auch daran, dass sich das Geldausgeben im Inland durch die Abwertung des Yen für die japanischen Konsumenten besonders lohnt.
Auch die Luxuskonzerne in Indonesien und Singapur können mit einer steigenden Wachstumsrate rechnen, so die Prognosen.

Wie sieht die Zukunft des Luxuskonsums aus?

Die Experten erwarten, dass der Markt für Luxusartikel trotzdem weltweit 2014 um 4 bis 6 Prozent wächst. Vor allem Nordamerika und Westeuropa profitieren von der Zurückhaltung Chinas.
Kauflustige Touristen und deren Souvenirs sorgen dafür, dass der Umsatz steigt.
Die hohe Nachfrage von Urlaubern aus China und arabischen Ländern werden den Umsatz auch in Deutschland 2014 um 2 bis 4 Prozent steigern, also auf ein Gesamtvolumen von bis zu 78 Milliarden Euro. Am beliebtesten sind Leder-Accessoires, Uhren und Schmuck.
Die vergleichsweise schlechten Geschäftszahlen einzelner Luxuskonzerne machen sich bei der ganzen Branche durch schwächelnde Aktien (beispielsweise bei LVMH oder Hermès) bemerkbar.
Die Konzerne selbst sind dagegen relativ optimistisch. Sie wollen verstärkt Männer als Zielgruppe in den Fokus rücken und besitzen eine starke Preissetzungsmacht.
Ob die Aktien der Konzerne aktuell gekauft werden sollten, darüber herrscht Uneinigkeit, die Kaufempfehlungen überwiegen aber – die Analysten loben auch die Marketingstrategien der Konzerne.