Aktienindex: Maßstab der Börse

Geld wird als Prämie überreicht

In Zeiten niedriger Zinsen für Tages- oder Festgeld wird häufig nach neuen Anlagemöglichkeiten gesucht. Der Börse als Anlagealternative stehen viele Menschen aber skeptisch gegenüber, da dort zwar große Gewinne, aber auch große Verluste möglich sind. Des weiteren beklagen viele die Entwicklungen der Börse aufgrund der unzähligen Teilnehmer nicht nachvollziehen zu können.

Daher gibt es verschiedene Methoden, durch die einzelne Tendenzen ermittelt werden können, die dann Rückschlüsse auf die Entwicklungen am Gesamtmarkt liefern können. Dazu zählen auch sogenannte Aktienindizes. Ein Aktienindex ist ein wichtiger Indikator für Marktstimmungen und seine Kennziffer daher für Anleger meist sehr interessant.

Was ist ein Aktienindex?

Zunächst Grundsätzliches: Börsenindizes beziehen sich auf ein bestimmtes, genau definiertes Börsensegment, das betrachtet wird, also einen Abschnitt der Börse. Je nach Segment handelt es sich bei einem Börsenindex um einen:

  • Branchenindex
  • Rohstoffindex
  • Rentenindex

Innerhalb dieser Branchenindizes finden sich wiederum verschiedene Aktienindizes. In einem Aktienindex werden Unternehmen nach bestimmten Kriterien gebündelt, die sie gemeinsam haben. Derartige Aufteilungen werden unternommen, um eine Übersicht der Börse zu ermöglichen und differenziertere Aussagen über einzelne Verläufe treffen zu können. Aktienindizes werden daher häufig als Barometer für die Marktstimmung betrachtet.

Beispiel: Deutscher Aktien Index, der DAX

Ein deutscher Aktienindex, der wohl zu den bekanntesten des Landes zählt, ist der DAX 30: Er fasst die 30 Aktiengesellschaften mit dem größten Marktkapital zusammen. Damit ist sein Wert ein Indikator für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft insgesamt. Da sich der DAX aber stetig ändert, das heißt fällt oder steigt, wird in der Regel ein Kursverlauf des DAX betrachtet. Also beispielsweise die Schwankungen über einen Tag, eine Woche oder auch einen Monat. Gebildet wird der bekannteste deutsche Aktienindex an der Frankfurter Börse in Frankfurt am Main.

Aus der Anzahl der einzelnen Aktien dieser 30 Unternehmen im DAX und deren Gewichtung, wird ein Gesamtwert errechnet, der als Kennziffer des Aktienindex dargestellt wird. Dieser sogenannte Indexwert wird als Anhaltspunkt genommen, um die Entwicklungen am Gesamtmarkt zu deuten. Daher kann zur Aktienindex Definition und dessen Gewichtung im Allgemeinen gesagt werden, dass sich ein Aktienindex aus der Anzahl der in ihm enthaltenen Aktien und dem Kurswert ermittelt. Mit diesem Wissen versuchen Aktionäre Prognosen über die weiteren Verläufe an der Börse zu treffen, um möglichst gewinnbringende Investitionen zu tätigen.

Aktien: Index Werte liefern wichtige Informationen

Durch die Bündelung verschiedener Aktiengesellschaften in Aktienindizes wird ein Indexwert ermittelt, der dabei hilft, die Veränderungen an der Börse nachzuvollziehen. Denn die Entwicklung im Aktienindex ist ein Indiz dafür, ob Anleger Verluste oder Gewinne machen. Für Anleger, die direkt in einen Aktienindex, wie den DAX zum Beispiel, investieren, ist der Zeitpunkt ihrer Investition meist von großer Bedeutung.

Je nach Zeitpunkt der Investition in den Aktienindex, hat dieser anschließend an Wert verloren oder gewonnen. Sinkt also der Indexwert nach der Investition, macht der Anleger voraussichtlich ein Minus – steigt er demzufolge ein Plus. Durch den Vergleich mit dem Gesamtmarkt kann direkt ermittelt werden, ob ein Aktienfond oder Depot zu einem bestimmten Zeitpunkt besser abschneidet als der Börsenmarkt. Anleger, die natürlich an Renditen interessiert sind, freuen sich, wenn sie einen höheren Wertzuwachs verzeichnen können als dieser Gesamtmarkt.

Investitionen mit Indexfonds

Indexfonds bilden immer einen Aktienindex nach: Bildet ein Indexfond also beispielsweise den DAX nach, investiert dieser mit der gleichen Gewichtung des DAX in die dort aufgeführten Aktien. Verändert sich die Gewichtung im DAX, verändert sich auch entsprechend die Gewichtung im Indexfond. Daher ist kein Fondmanager nötig, der beurteilt welche Investitionen in welchem Rahmen sinnvoll wären und diese dann nach eigenem Ermessen ausführt. Deswegen wird ein Indexfond in der Regel als passiv gemanagter Fond bezeichnet.

Wer in Indexfonds investiert, möchte seine Investitionen in der Regel mit Hilfe der Indexzusammensetzung breit streuen, um mit möglichst geringem Risiko an der Börse zu agieren. Neben der Risikostreuung ermöglichen Indexfonds auch Anlegern mit wenig Kapital an der Börse Gewinne einzufahren. Besonderer Vorteil der Indexfonds: Ihre Verwaltungsgebühren liegen in der Regel deutlich unter denen von aktiv gemanagten Fonds.

Kurs- und Performanceindex

Je nach Wissenstand und Sicherheitsbedürfnis haben Anleger in der Regel völlig unterschiedliche Vorgehensweisen hinsichtlich der Art ihrer Investitionen. Daher ist für verschiedene Anleger jeweils eine andere Kennzahl interessant, um die aktuelle Marktstimmung in Bezug auf die eignen Investitionswerte einschätzen zu können. In der Regel werden Aktienindizes mitverfolgt, da sie das Börsenklima widerspiegeln. Vorteilhaft für Anleger ist, dass Aktienindizes häufig mit zwei verschiedenen Kennziffern beschrieben werden – dem Kurs- sowie Performanceindex.

Kursindex

Der Kursindex ist ein Indexwert, der ausschließlich Kursveränderungen berücksichtigt. Das bedeutet, dass Dividenden oder Kapitalmaßnahmen, wie zum Beispiel Kapitalerhöhungen, nicht mit in die Berechnung des Kursindex einfließen.

Performanceindex

Beim Performanceindex hingegen fließen die ausgeschütteten Dividenden eines Aktienindex durchaus mit in die Kursbewertung ein, da diese einen Eindruck darüber liefern, wie positiv oder negativ die Gewinnsituation der Unternehmen zu dem Zeitpunkt der Berechnung ist. Der DAX beispielsweise wird innerhalb der deutschen Medienlandschaft meist durch den Performanceindex dargestellt.

Die wichtigsten Aktienindizes und deren Bedeutung im Überblick:

Der erste Aktienindex wurde 1884 in New York geschaffen: der Dow Jones Index. Aktien Werte sollten besser beurteilt werden können. Die Idee kam von den Gründern des Wall Street Journals: Diese versuchten wohl durch die Bündelung in Aktienindizes die Vorgänge an der Börse vor allem für ihre Leser vereinfacht darzustellen. Ein Prinzip, das sich bis heute erhalten hat.
Für die deutsche Wirtschaft ist aber der DAX interessanter.

Deutsche Aktienindizes:

  • DAX: Wichtigster, deutscher Aktienindex, der die Entwicklungen der 30 größten und umsatzstärksten Unternehmen Deutschlands widerspiegelt
  • MDAX: Umfasst die Kursentwicklung von 50 mittelgroßen, deutschen Unternehmen, aus überwiegend klassischen Branchen und orientiert sich an den Werten des DAX
  • TecDAX: 30 der größten Technologiewerte werden in Bezug zu Marktkapitalisierung und Umsatz zusammengefasst
  • SDAX: Auswahlindex für 50 kleinere Unternehmen aus den 110 börsennotierten Gesellschaften, die hinter dem DAX folgen

Internationale bekannte Aktienindizes:

  • EURO STOXX 50: Beinhaltet 50 große börsennotierte Unternehmen Westeuropas und hat sich als einer der führenden Börsenbarometer Europas etabliert
  • MSCI World:: Einer der wichtigsten Aktienindizes der Welt, da dieser die Aktien von 23 Industrieländern widerspiegelt und über 1.612 Aktien beinhaltet.
  • MSCI Emerging Markets Index:: Enthält Aktien aus 23 Ländern und zeigt die Entwicklung von Aktien in den Emerging Markets
  • Dow Jones:: Wird häufig als bekanntester Aktienindex der Welt bezeichnet; umfasst 30 US-amerikanische Unternehmen an der Börse in New York
  • NASDAQ 100:: Beinhaltet die 100 Aktien des NASDAQ Börsenplatzes, die als Nicht-Finanzunternehmen die höchste Marktkapitalisierung enthalten
  • Nikkei: wurde zur Messung der Entwicklung der Tokioter Börse entwickelt und umfasst 225 ausgewählte Aktienwerte
  • CSI 300:: ist entsprechend dem Free Float gewichtet und beinhaltet die 300 größten festlandchinesischen Aktien
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