Währungs- und Wechselkursrisiko

In Zeiten der Globalisierung und des einfachen Online-Tradings bietet es sich für Anleger an, international zu investieren. So wird eine breitere Streuung erreicht und man kann von Entwicklungen weltweit profitieren. Viele unterschätzen dabei aber die Verluste, die durch das sogenannte Währungsrisiko entstehen können. Werden Investments in einer Fremdwährung getätigt, so sind Gewinn und Verlust auch immer abhängig von den Wechselkursschwankungen zwischen der eigenen Währung und der des Investments. Man spricht deshalb auch von Wechselkursrisiko.

Wann kommt es zu einem Währungsrisiko?

Beispiel für die Auswirkungen von Währungsschwankungen


Detailgrafik zum Einfluss des Währungskurses auf den Aktienwert

Währungsrisiken entsteht dann, wenn die Währung des Landes, in dem eine Anlage getätigt wurde, im Vergleich zur eigenen Landeswährung steigt oder fällt. Folglich besteht das Währungsrisiko bei jeder internationalen Investition, außerhalb der Eurozone. Ein Beispiel aus dem täglichen Leben verdeutlicht die Problematik.

Beispiel für den Einfluss von Wechselkursschwankungen

Währungen stehen stets in einem Verhältnis zueinander. Man kennt dies aus dem Urlaub. Vor Reiseantritt tauscht man Euro in die Währung des Urlaubslandes, zum Beispiel bei Reisen in die USA in Dollar um und bei Rückkehr wieder zurück. Dabei wird stets ein Tauschverhältnis angegeben, zu dessen Wert die Währungen getauscht werden. Zum Beispiel steht vor Reiseantritt der Euro zu US-Dollar bei 1:1,20. Das bedeutet, dass man für 1 Euro 1 Dollar und 20 Cent erhält. Bei der Rückkehr wird wieder getauscht, der Wechselkurs hat sich inzwischen verändert, es ergibt sich ein Verhältnis von Euro zu Dollar von 1:1,50. Um nun wieder die eigene Währung, den Euro, zu erhalten, muss man einen größeren Betrag in US-Dollar aufwenden, nämlich für jeden Euro 30 Dollar-Cent mehr.

Anwendung auf Wertpapier-Investments

Was mit dem Bargeld der Urlaubskasse funktioniert, lässt sich auch auf Wertpapiere, Rohstoffe oder andere Investment-Produkte anwenden. Werden Aktien gekauft, die in US-Dollar notiert sind, so findet beim Kauf eine Umrechnung der Währungen statt. Angenommen eine der Aktien kostet 100 Dollar und es werden 10 Stück gekauft, so entspricht dies einem Wert von 1.000 Dollar. Entsprechend dem oben genannten Beispiel soll zum Zeitpunkt des Kaufes der Wechselkurs bei 1:1,20 liegen. Dank dieses Wechselkurses muss der Anleger nur 833,33 Euro bezahlen, um Aktien im Wert von 1.000 Dollar zu erhalten. So weit so gut.

Kritisch wird es, wenn der Anleger die Aktien wieder verkaufen möchte. Denn im Normalfall hat sich der Währungskurs in der Zeit zwischen Kaufdatum und geplantem Verkaufszeitpunkt geändert. Die Kurse sind in ständiger Bewegung , weshalb es kaum auszuschließen ist, dass sich durch den Wechselkurs ein Risiko ergibt. Je nachdem, ob die Kurse gestiegen oder gefallen sind, kann dies aber positiv oder negativ für den Anleger sein. Wie so häufig bei Wertpapier-Investitionen steht einem Risiko auch eine Chance gegenüber.

Die Fremdwährung steigt im Wert

Um den Einfluss des Währungsrisikos deutlicher hervorzuheben, nehmen wir im Beispiel an, dass der Kurs der Aktie sich nicht verändert hat, der Wert pro Stück also noch immer bei 100 Dollar liegt. Steigt nun der US-Dollar auf ein Verhältnis von EUR:USD auf 1:1,10, dann ergibt sich folgendes: Für die Aktien im Wert von 1.000 Dollar erhält der Aktionär beim Verkauf 909,10 Euro. Also rund 75 Euro mehr, als er investiert hat. Und dies liegt nur daran, dass das Kursverhältnis der Währungen sich positiv für den Anleger entwickelt hat.

Die Fremdwährung fällt im Wert

Nicht umsonst spricht man aber von einem Wechselkursrisiko, denn die Kursentwicklung kann sich auch negativ auswirken. Sollte der Kurs der Fremdwährung fallen, ergibt sich ein anderes Bild für das Beispielszenario. Beim Verkauf stehen Euro und US-Dollar nun im Verhältnis von 1:1,5. Wieder bleibt der Wert der Aktie der Einfachheit halber konstant. Bei einem Verkauf zu diesem Kurs erhält der Anleger für seine US-Aktien im Wert von 1.000 Dollar jedoch nur noch 666,67 Euro. Dies entspricht einem Verlust von 166,66 Euro.

Währungsrisiko in der Anlage berücksichtigen?

Die Beispiele zeigen deutlich, dass durch die Umrechnungen der Währungen auch ohne Wertveränderung der Anlage Gewinne und Verluste entstehen können. Die Frage ist nun, ob man deshalb auf internationale Anlagen verzichten sollte. Generell spricht nichts gegen Investments im Ausland, insbesondere wenn man sich auf langfristige Anlagen konzentriert. Um das Währungsrisiko zu minimieren, braucht man Zeit, um auf einen passenden Wechselkurs warten zu können. Spekulative Geschäfte, die davon leben, schnell auf Wertveränderungen der Papiere zu reagieren, sind hingegen anfälliger für Währungsverluste. Da schnell gekauft und verkauft wird, wird es erheblich schwerer auch günstige Währungskurse in die Spekulation einzubeziehen und abzupassen.

Für langfristige Anlagen spricht außerdem, dass über einen längeren Zeitraum eventuelle Verluste und die positiven Effekte, die sich aus den internationalen Anlagen ergeben, sich häufig relativieren. Internationale Unternehmen werden ebenfalls von Währungsschwankungen beeinflusst, welche dann den Export stärken können oder die Produktion durch teure Importe hemmen können. Diese Aspekte wirken sich letztlich auf den Wert der Aktien aus und gleichen bis zu einem gewissen Grad Währungsschwankungen aus.

Währungsrisiko minimieren

Das Währungsrisiko sollte also nicht unterschätzt werden. Dennoch gibt es Anlageklassen, die eine höhere Anfälligkeit für Verluste bzw. Gewinne durch Wechselkursschwankungen haben, als andere. So werden Rohstoffe in den meisten Fällen in US-Dollar notiert und gehandelt, was es beinahe unmöglich macht, das Wechselkursrisiko zu umgehen. In solchen Fällen bietet es sich an, die Investition gegen Wechselkursänderungen abzusichern. Häufig wird hierfür der Begriff Hedging verwendet. Mittels spezieller Zertifikate, die um eine Hedging-Komponente erweitert sind, lassen sich Wechselkursrisiken ausschließen, allerdings wird so auch die Chance auf positive Auswirkungen von Wechselkursschwankungen ausgeschlossen.

Ebenfalls schwierig in Bezug auf das richtige Währungsmanagement sind Rentenfonds, vor allem, wenn sie nicht in der eigenen Währung notiert sind. Da es sich hierbei um Anleihen mit fester Laufzeit handelt, kann auch nicht auf einen günstigen Kurs gewartet werden . Um hier Währungsverluste zu umgehen, hilft es, in Euroanleihen zu investieren oder in gehedgte Rentenfonds. Bei klassischen Aktienfonds hingegen fallen die Währungsrisiken geringer ins Gewicht. Der Zeitpunkt des Verkaufs lässt sich besser timen. Außerdem beinhalten die meisten Fonds vielfältige Unternehmen, die häufig weltweit agieren. So gleichen sich Währungs- und Aktienkurseffekte letztlich häufig aus. Nicht zuletzt weil Fonds in der Regel auch als langfristige Anlagen genutzt werden und der Verkaufszeitpunkt sich gut kontrollieren lässt. Wer auf Nummer sichergehen möchte, kann sowohl bei klassischen Fonds als auch bei ETFs in Varianten mit Hedge-Effekt investieren.

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