Wertpapierkredit: Liquidität für den Leverage-Effekt

Anbieter Besonderheiten Depottest Info
  • flexible Laufzeit
  • keine Zweckbindung des Kreditbetrags
  • niedriges Zinsniveau
  • keine Bereitstellungs- oder Bearbeitungsgebühren
  • Voraussetzung: OnVista Portfolio
  • keine Bearbeitungsgebühren
  • Zinsen nur auf in Anspruch
    genommenen Betrag
  • Kreditbeträge bis 50.000 € möglich
  • freie Verwendung des Kreditbetrags
  • Voraussetzung: flatex Depot
  • keine Bereitstellungsprovision
  • keine Bearbeitungsgebühren
  • keine Depotführungsgebühren
  • Depotwechselprämie
  • Voraussetzung: maxblue Depot
  • keine Einrichtungsgebühren
  • veränderlicher Sollzinssatz
  • Verzinsung nur des beanspruchten Kreditbetrags
  • möglich schon ab Depotvolumen
    von 3.000 €
  • Voraussetzung: comdirect Depot

In Zeiten des dauerhaft niedrigen Leitzinses der Europäischen
Zentralbank (EZB) ist die Investition in Aktien beispielsweise von im DAX aufgenommenen Unternehmen eine mögliche gewinnbringende Alternative zur klassischen Geldanalage. Um eine möglichst hohe Rendite auch mit vergleichsweise wenig verfügbarem Kapital zu erzielen, haben Anleger an der Börse die Möglichkeit, einen Wertpapierkredit aufzunehmen. Mit einem Wertpapierpapierkredit kann man den finanziellen Spielraum kurzfristig erweitern und so Wertpapiere, wie zum Beispiel Aktien kaufen. Will man sein Geld anlegen in Aktien und versuchen, seinen Gewinn mit einem Wertpapierkredit zu steigern, sollte man sich allerdings vorab bei den verschiedenen Anbietern über die genauen Konditionen und Risiken des Kredits informieren. Am einfachsten geht das online durch einen Depot-Vergleich.

Was ist ein Wertpapierkredit?

Ein Wertpapierkredit ist ein Kredit, den man aufnimmt, um bereits vorhandene Wertpapiere zu beleihen. Mit dem Kapital können dann weitere, neue Wertpapiere gekauft werden. Wie bei einem klassischen Ratenkredit leiht sich der Kunde also Geld von der Bank mit dem Ziel, in ein bestimmtes Produkt zu investieren. Beim Wertpapierkredit sind diese Produkte üblicherweise Wertpapiere. Der Bank dienen dabei die bereits vorhandenen Wertpapiere als Sicherheit. Der Beleihungswert, das heißt der maximal von der Bank gewährte Kreditrahmen, errechnet sich aus diesen Wertpapieren. Er basiert also immer auf dem Depotwert. Allerdings entspricht er nie exakt dem Wert des Depots, denn die Bank zieht immer einen Sicherheitsabschlag vom eigentlichen Depotwert ab. Für jedes Depot gibt es entsprechend eine Beleihungsgrenze.

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Hebeleffekt

Der Hebeleffekt wird börsensprachlich auch Leverage-Effekt genannt. Vom Leverage-Effekt spricht man, wenn anstelle von Eigenkapital Fremdkapital eingesetzt wird, um die Eigenkapitalrendite zu erhöhen. Als Fremdkapital wird üblicherweise das Geld bezeichnet, das die Bank dem Anleger in Form eines Kredits leiht. Der Hebeleffekt kommt vor allem bei klassischen Hebelprodukten wie beispielsweise CFDs zum Tragen.

Durch die Beleihung der Wertpapiere erhält der Kreditnehmer kurzfristig finanziellen Spielraum. Das bedeutet, dass sich die Kaufkraft des Kreditnehmers erhöht, ohne dass er seine bereits vorhandenen Wertpapiere verkaufen muss. Durch die so gewonnene Liquidität kann ein Hebeleffekt erzielt werden. Der Anleger investiert also das Kapital, das er als Gegenwert für seine Wertpapiere erhält, um im besten Fall mehr Gewinn zu erzielen.

Beim Wertpapierkredit erhält man üblicherweise einen günstigeren Zinssatz als bei den herkömmlichen Raten- und Dispositionskrediten. Das ist auf die vergleichsweise hohe Sicherheit zurückzuführen, auf die die Bank durch das Wertpapierdepot des Kreditnehmers zurückgreifen kann. Der Kreditnehmer hat dadurch einen entscheidenden Vorteil: Er kann seine monatlichen Ratenzahlungen leisten, ohne auf seine finanzielle Flexibilität verzichten zu müssen.

Wie erhält man einen Wertpapierkredit?

Die Konditionen für die Bereitstellung eines Wertpapierkredits unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter. Üblicherweise müssen folgende Schritte unternommen werden, um einen Wertpapierkredit zu erhalten:

  1. Beim ausgewählten Anbieter Wertpapierdepot eröffnen.
  2. Wertpapiere (in vom Anbieter festgelegter Mindesthöhe) kaufen oder von anderer Bank übertragen.
  3. Online per PIN/TAN den gewünschten Kreditrahmen festlegen.
  4. Nach erfolgreicher Prüfung durch die Bank steht der Kreditbetrag zur Verfügung.

Welches Risiko birgt ein Wertpapierkredit?

Hat man sich für einen Wertpapierkredit entschieden, muss man Kreditzinsen, so genannte Sollzinsen, zahlen. Der Zinssatz unterscheidet sich dabei von Anbieter zu Anbieter und hängt zudem vom aktuellen Zinsniveau ab. Da das Zinsniveau immer Schwankungen unterworfen ist, kann es zu einer Steigerung des Zinssatzes kommen. Eventuell zahlt man also am Ende der Laufzeit des Kredits deutlich höhere Zinsen wie zu Beginn.

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Rechenbeispiel Wertpapierkredit

Ein Depotbesitzer benötigt 10.000 € Kapital

Wert des Depots: 10.000 €

Zusammensetzung des Depots: Aktien

Beleihungswert für Aktien: 60%

Maximaler Kreditbetrag / Beleihungswert des Depots: 10.000€ x 60% = 6.000 €

Daraus folgt: Dem Kreditnehmer fehlen noch 4.000 €, da Kreditinstitute die Wertpapiere nicht in voller Höhe beleihen.

Nicht nur der Zinssatz ist Schwankungen unterworfen, sondern auch der Aktienkurs. Das bedeutet, dass sich der Beleihungswert des Wertpapierdepots unter Umständen täglich ändern kann. Da das Kreditlimit bei den meisten Anbietern an den Beleihungswert geknüpft ist, verringert sich die Höhe des Kreditrahmens in dem Maß, in dem der Kurs eines oder mehrerer beliehener Wertpapiere zurückgeht. Entsprechend schnell kann es bei einem unvorhergesehenen Rückgang der Aktienkurse dazu kommen, dass der Kreditrahmen überzogen wird. Bei einer Überziehung des Kreditrahmens haben die Banken das Recht, zusätzliche Überziehungszinsen zu berechnen. Man zahlt also unter Umständen zwei bis dreimal so viele Zinsen, wie ursprünglich festgelegt. Es empfiehlt sich daher unbedingt, regelmäßig seine Finanzen zu überprüfen und den Wert des Depots mit dem Kreditrahmen abzugleichen. Aufgrund der möglichen Zusatzkosten sollte man vor der Aufnahme des Kredits außerdem ungefähr überschlagen, wieviel Rendite man durch die Investition in Wertpapiere erzielen muss, um tatsächlich mit einem Gewinn aus dem Handel hervorzugehen.

Unterscheidung von Wertpapierkredit, Lombardkredit und Effektenlombardkredit

Die Begriffe „Wertpapierkredit“, „Lombardkredit“ und „Effektenlombardkredit“ werden in der Praxis oft als Synonym für dieselbe Art von Kredit verwendet. Das ist allerdings nicht ganz richtig, denn die Begriffe unterscheiden sich hinsichtlich zweier wesentlicher Punkte:

  1. Sicherheiten: Während beim Lombardkredit alle banküblichen Sicherheiten wie Bankguthaben, Wertpapiere oder bewegliche Dinge verpfändet werden können, ist die Verpfändung beim Wertpapierkredit auf Wertpapiere beschränkt Der Effektenlombardkredit oder kurz Effektenkredit wiederum ist ein Darlehen, das auf die Verpfändung von Effekten spezialisiert ist. Effekten sind Wertpapiere, die an der Börse handelbar (=fungibel) sind. Für den Wertpapierkredit dagegen können theoretisch alle Wertpapiere als Sicherheit gelten, ihre Fungibilität ist keine Voraussetzung. Das bedeutet, dass beim Wertpapierkredit anders als beim Effektenlombardkredit beispielsweise auch Schecks oder Wechsel beliehen werden können.
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    Derivate

    Ein Derivat oder derivates Finanzinstrument ist eine Form von Vertrag, der zwischen Gläubiger und Schuldner für Finanzgeschäfte an der Börse geschlossen wird. Der Wert des Derivats ist abhängig vom Zeitwert, der beispielsweise Wertpapieren, Zinssätzen, Indices oder Rohstoffen wie Edelmetallen zugeschrieben wird.

  3. Zweckgebundenheit: Der Zweck beim Wertpapierkredit wie auch beim Effektenlombardkredit ist üblicherweise an die Vorfinanzierung von (fungiblen) Wertpapiergeschäften gebunden. Dagegen kann der Lombardkredit für alle Zwecke verwendet werden, beispielsweise auch für Engagements in derivaten Finanzinstrumenten.

Wertpapierkredit und Effektenlombardkredit sind also genau genommen Unterformen des Lombardkredits, wobei der Effektenlombardkredit hinsichtlich seiner Ausrichtung auf fungible Wertpapiere weiter eingeschränkt ist als der Wertpapierkredit. Allerdings wird im Börsenalltag auch der Lombardkredit meist zum Erwerb von Wertpapieren genutzt und der Begriff Wertpapierkredit fast ausschließlich im Zusammenhang mit fungiblen Wertpapieren genutzt. Die Unterscheidung der drei Kreditarten existiert also vor allem auf dem Papier.

Wertpapierkredit: Konditionen ausgewählter Broker

Wertpapierkredite werden von nahezu allen Depotbanken und Online Brokern angeboten. Die meisten Anbieter setzen ein bei ihnen vorhandenes Wertpapierdepot sowie einen bestimmten Wert des Depots voraus. Üblicherweise muss dieser Wert mindestens 3000 € betragen. Dafür wird in den meisten Fällen auf Einrichtungs- oder Bearbeitungsgebühren verzichtet, und zum Teil ist sogar die Depotführung kostenlos. Mittlerweile haben fast alle Anbieter außerdem die Zweckgebundenheit des Wertpapierkredits aufgehoben haben. Es ist also möglich, wenn auch nicht unbedingt üblich, das Kapital für Investitionen abseits von Wertpapieren zu nutzen, beispielsweise für den Kauf eines Autos.

Wertpapierkredit: Vergleich kann sich lohnen

Auch wenn man bereits über ein Wertpapierdepot verfügt, ist es sinnvoll, hin und wieder die Konditionen anderer Direktbanken oder Online Broker mit den eigenen Depot-Konditionen zu vergleichen. Gegebenenfalls sollte man sein Depot kündigen und den Anbieter wechseln. Entscheidet man sich für einen Depotwechsel, locken viele Anbieter beispielsweise mit einer Depotwechselprämie oder geringen Depotführungs- und Ordergebühren. Vergleichen kann man die Konditionen der verschiedenen Anbieter ganz einfach online mithilfe eines Depotrechners.

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